The Zone of Interest

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Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Glazer ließ sich für den Film von dem gleichnamigen Buch des verstorbenen Autoren Martin Amis inspirieren. Sein in deutscher Sprache gedrehter Film beleuchtet die Schrecken des Holocaust aus der Perspektive von Rudolf und Hedwig Höß, dem Kommandanten von Auschwitz und seiner Familie, die in ihrem Bilderbuchheim Mauer an Mauer mit dem Vernichtungslager ein äußerst privilegiertes Leben führen. (Leonine)

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Kritiken (9)

POMO 

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Deutsch Jonathan Glazer und wieder sein starker Autoren- sowie Arthouse-Charakter. In seinem Film sieht man weder die Häftlinge in Auschwitz noch die Gräueltaten hinter den Mauern des KZs. Das minimalistisch inszenierte, aber effektvoll arrangierte Geschehen spielt sich in der Villa der Familie Höss und in ihrem Garten ab. Der Garten ist von einer Mauer umgeben, über der Mauer sieht man die Gipfel der Baracken im KZ. Höss geht zur „Arbeit“, so wie es sich gehört. Seine Freizeit verbringt er mit der Familie. Frau Höss liebt die Blumen im Garten. Ihre Kinder spielen am Pool. Manchmal bekommt Höss Besuch, der mit seiner Arbeit zusammenhängt, z. B. Ingenieure mit einem Projekt eines effizienteren Verbrennungsofens. Manchmal bringt jemand einen Sack mit schöner Kleidung, die sie sich nehmen können… Die ganze Zeit hört man aus der Ferne das Geräusch der Fabrik-Maschinerie des Todes, manchmal das Geschrei von Menschen, bellende Hunde, Schüsse. Am Himmel sind schwarze Wolken aus Asche zu sehen. In kleinen Nuancen hat man sich auch damit befasst, wie die Kinder von Höss die Welt außerhalb des Hauses wahrnehmen. Die Träume des Mädchens in inversen Schwarzweißbildern sind das wirkungsvollste künstlerische Ornament. Der Film ist voll von solchen Elementen, was dazu führt, dass das Festival-Publikum maximal zufrieden ist. Die Szene mit Höss auf der Treppe mit den dunklen und leeren Gängen ist genial. Für mich war es der Höhepunkt des Filmes. Eine andere Perspektive vom Holocaust, mit der unangenehmsten Musik im Abspann, die Sie je erlebt haben. Jonathan Glazer gehört hiermit zu den Meistern wie Michael Haneke und Giorgos Lanthimos. [Cannes FF] ()

NinadeL 

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Deutsch Ein formal interessantes Experiment (das parallel zum gleichnamigen Buch von Martin Amis entstand), das auf ein Thema hinweist, das wir längst aufarbeiten sollten. Wir haben eigentlich die Pflicht, uns ständig mit dieser historischen Epoche zu befassen und zu versuchen, sie zu verstehen. Viele grundlegende Fragen, die sich mit der primären menschlichen Haltung befassen: „Wie konnte der Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz, Rudolf Höss, ruhig schlafen, jeden Tag nach Hause gehen und in Ruhe mit seiner Familie zu Abend essen...?“ sollten nicht zum ersten Mal von einem Koproduktionsfilm gestellt werden. Ebenso sollte uns nicht der Alltag der Ehefrau von Höss, Hedwig, überraschen oder zum ersten Mal faszinieren. Im Gegenteil, wir sollten über ein reiches Wissen über die Realität der Kriegstage verfügen und in der Lage sein, damit umzugehen. Die Haltung und die Meinungen von Hedwig Höss unterschieden sich nicht wesentlich vom Leben von Lina Heydrich in Panenské Břežany. Viele bedeutende Frauen dieser Zeit haben Memoiren geschrieben und diese wiederholen, ergänzen und erklären uns, was und warum in ihren Leben geschehen ist. Die Memoiren der Sekretärinnen Traudl Junge, Brunhilde Pomsel und Louise Fox dienen hierbei besonders gut. Die Frage der Gehorsamkeit gegenüber Autoritäten und der blinden Befolgung von Befehlen wurde ausreichend von Hannah Arendt in ihrer Reihe von Berichten "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" analysiert. Darüber hinaus sollten wir immun gegen die Dämonisierung der deutschen Sprache sein und uns ständig daran erinnern, dass das Dritte Reich nur 12 Jahre existierte und das es vor allem die Sprache von Goethe, Schiller und Rilke ist. Es ist absurd, wie wenig das aktuelle Publikum an dem neuen Film Terezín interessiert ist, aber der für den Oscar nominierte The Zone of Interest appelliert natürlich an moralische Werte und Interesse an der Sache. Dennoch, wenn dieser trendige Film auch denjenigen Zuschauern, die nur aktuelle Titel verfolgen, ein gewisses Verständnis vermittelt, so kann man es akzeptieren. ()

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Marigold 

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Deutsch Szenen aus dem nationalsozialistischen Eheleben und ein Film, dessen Konzept so straff ist, dass es mich seltsam gleichgültig zurückgelassen hat. Die Idee, die Todesfabrik in eine 2D-Kulisse zu verwandeln, welche die Kamera von Łukasz Żal durch die Tiefe des Feldes buchstäblich an den „Paradiesgarten“ der Familie Höss drückt, ist erstickend, beklemmend, aber auch monoton. Es droht, dass sich der Zuschauer daran gewöhnt, so ähnlich wie die Figuren an den allgegenwärtigen Gestank, die Schreie und das Stöhnen. Das zentrale Duo kann nicht genug vermenschlicht werden, um einen psychologischen Gegenpunkt zu den vermuteten Schrecken des Holocausts zu bilden. In den Routinen der Familie Höss war etwas Mechanisches, das es mir erleichterte, mich von der Dringlichkeit der Welt von Glazer zu entfernen. Die Banalität des Bösen ist präzise und wörtlich illustriert. Ich erinnerte mich an den ähnlich konzipierten und distanzierten Film Michael von Markus Schleinzer, der jedoch wirklich beeindruckend wird, wenn die Figur des pädophilen Gewalttäters einen Gegner in Form seines Opfers erhält, eine starke Gegenperspektive. Am Ende wählt Glazer ein ähnliches Prinzip, aber er zerstört die vierte Wand auf eine Art und Weise, die mehr intellektuellen Kalkül als natürliche Kraft in sich hat. War sich Höss der moralischen Dimension seiner Taten bewusst oder konnte er sie in der Rhetorik industrieller Produktion und historischer Notwendigkeit verstecken? Hier liegt die Grenze der Möglichkeiten von Glazers Film. The Zone of Interest ist in der Fülle des „Holocaust-Pornos“ ein Film, der durch seine Andersartigkeit und den Mut wichtig ist, die Perspektive zu ändern, dem Zuschauer die Erfahrung einer „kognitiven Dissonanz“ zu vermitteln, die die direkten Akteure des Bösen erfahren. Es ist auch eine interessante Reflexion des zentralen ideologischen Begriffs „Lebensraum“, der in der Darstellung von Frau Höss die Form eines ordentlichen Gartens annimmt, der mit der Asche der Toten gedüngt wird. Ich persönlich finde es jedoch viel interessanter, den Film aus der Ferne zu reflektieren, als ihn direkt auf der Leinwand zu erleben. In dieser Hinsicht bevorzuge ich das Konzept von Son Of Saul... und das unendlich abscheuliche Werk "Die Wohlgesinnten", das viel tiefer in die Psyche der Architekten des Holocausts eingedrungen ist als The Zone of Interest. ()

Ediebalboa 

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Deutsch Auschwitz ohne das unmittelbare Schießen, Klagen und Sterben. Ein originelles Thema, bei dem viel erfunden werden kann, bei dem aber auch ständig die Gefahr der Langeweile ohne Emotionen besteht. Glazer kommt mit einer Version, die in regelmäßigen Abschnitten Ideen hat, wie man einen typischen Tag des „größten“ KZ-Chefs vor den Toren von Auschwitz illustrieren könnte. Leere Stellen gibt es hier also nicht. Als Ganzes fand ich den Film mit seiner Arthouse-Alltäglichkeit aber nicht besonders fesselnd. Er enthält ein paar hervorragende Szenen, vor allem das Sonntagsangeln oder das Gewächshaus als Gefängnis. ()

Lima 

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Englisch Such is the daily routine of a family of ordinary, decent citizens. They grow kohlrabi and carnations in the garden, keep the house in perfect order, pet the dog and frolic in the swimming pool, and all this is provided by the head of the family, who goes to work every day in an exemplary manner and who - by the way - is the director of the most monstrous concentration camp. He is, again by the way, at work dealing with, for example, the more efficient incineration of Jews in ovens, and does it with the same emotional involvement as when you and your wife are deciding what to buy for dinner at the supermarket. And behind the walls of this middle-class family's property, behind those ominous walls, is a human-scale Mordor where the most monstrous acts against humanity are taking place, and you feel an immense oppression thanks to the ingenious sound work and the ominous visual details in the distance, such as the smoke from the ovens, or from the locomotives bringing in more and more human fuel. The film doesn't shove down your throat horrific imagery about how monstrous the Holocaust is, it does it on a subliminal basis, working with your subconscious, and that actually makes it all the worse. It made me sick, but at the same time I bow down to Jonathan Glazer for this bold cinematic experiment that says more about us humans than you'd expect. ()

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